Winterwanderwoche im Tannheimer Tal

Winterwoche Tannheim 2026

Im letzten Jahr waren wir auch schon im Tannheimer Tal. Es hat sich herumgesprochen, wie schön es dort ist, was man alles für Wintersportarten unternehmen kann, wie toll die Speisen und die Saunalandschaft im Hotel Zum Ritter sind. Natürlich auch deshalb, weil immer so viele nette Leute mitfahren. Diese Mal waren wir 29 Aktive von vier verschiedenen Schwarzwaldvereinen aus dem Landkreis Lörrach.

Wir kamen bei Sonnenschein in der Schneelandschaft schon vor 12 Uhr an, weil die Fahrt sehr glatt lief. Weil die Zimmer noch nicht fertig waren starteten die meisten von uns schon eine kleine Wanderung zum zugefrorenen Vilsalpsee.

Der nächste Tag mit strahlender Sonne lockte einen großen Teil der Gruppe auf das Neunerköpfli. Mit der Kabinenbahn ging es rasant hoch und danach noch ein kleiner Anstieg  über vereiste Wege zum Gipfel auf 1862 m Höhe. In der Nähe sieht man Gimpel und Rote Flüh, unten liegt der zugefrorene Haldensee, das Tannheimer Tal erstreckt sich im Westen bis zum Oberjoch. Wir genossen eine sagenhafte Fernsicht über die gesamten Allgäuer Alpen, Lechtaler Alpen, Ammergauer Alpen und Wettersteingebirge mit der Zugspitze. Nach vielen Fotos ging es dann zum Kaffee und Kuchen auf der Sonnenterasse der Gipfelbeiz.

 Eine kleinere Gruppe von Schilangläufern startete unter der Führung des erfahrenen Alpinisten Willi zu einer Runde nach Haldensee. Super Loipenbedingungen sorgten für  ein schnelles Vorankommen. Ein Teil der Gruppe sauste noch weiter nach Nesselwängle und machte die 15 km voll.  Dann hatten wir übrigens auch noch einen Alpinfahrer dabei. Dieser genoss mehrfach die schwarze Abfahrtspiste, die sehr steil hinunter vom Neunerköpfle abfällt.

Abends gab es ein super leckeres 5gängiges Sonntagsmenu und wir unterhielten uns danach noch lange in den verschiedenen  Gruppen. Es waren ja acht neue Teilnehmerinnen und Teilnehmer dabei. So konnten wir uns im Laufe der Woche in immer wieder anders zusammengesetzten Tischgruppen gegenseitig besser kennenlernen.

Am nächsten Tag kündigte sich en Wetterwechsel an. Es wurde wärmer und die Sonne verschwand bald hinter einer Wolkendecke. Zehn Personen machten eine Wanderung über die Südhänge, die fast schneefrei waren, aber oft Stellen mit Glatteis hatten, andere gingen in der näheren Umgebung spazieren. Ein kleines Grüppchen von 5 Personen machte sich zu einer Schneeschuhtour auf der Nordseite auf. Da lag noch genügend Schnee, aber ab und zu führte der Weg sehr steil eine Abfahrtspiste hoch.

Abends kamen alle wieder ohne glatteisbedingte Stürze wieder zusammen und genossen zum Dessert 3 verschiedene Strudel, auf diesem Gebiet sind die Österreicher unschlagbar.

Am nächsten Tag fing es erst schwach an zu regnen. Frohgemut gingen elf Wanderer auf die Tour zum Richtung Zöblen über einen kleinen Pass unterhalb des Einsteins. Doch als sie unterwegs waren, wurde der Regen immer intensiver. So kam die Gruppe völlig durchnässt im Café Zugspitzblick an und hinterließ viele Pfützen auf dem Boden des Gastraums. Zurück fuhr man dann mit dem Linienbus, den man im Tannheimer Tal mit der Gästekarte gratis benutzen kann.-

Auch der nächste Tag sollte kein trockenes Wetter bringen. Einige gingen shoppen, manche wgten einen Spaziergang oder fuhren im Regen über die Loipe, andere sofort in die Sauna. Doch sechs Personen wandten sich gen Nordosten Richtung Füssen. Dort sollte der Regen später ankommen. Das tat er dann auch kurz vor Ende der Stadtbesichtigung, als wir auf dem historischen Friedhof waren, fing es an zu regnen. Vorher hatten wir genügend Zeit das spätgotische Hohe Stadtschloss mit den barocken Illusionsmalereien anzuschauen und auch die Flößerkirche nahe an dem Fluss Lech. Dieser tritt hier aus den Alpen und war schon vor langer Zeit unterhalb von Füssen schiffbar. Das hatte schon die Römer veranlasst, sich hier anzusiedeln und das nördliche Hinterland zu erschließen. Wir schlenderten durch die Reichengasse und bewunderten die schönen prächtigen  Geschäftshäuser aus einer Zeit, in der Füssen durch den Salzhandel noch eine reiche Stadt war. Eindrucksvoll war auch die große barocke Klosterkirche St. Mang.  Der Bus brachte uns zurück, allerdings hatten wir in Reutte noch ein Intermezzo mit dem zu Ende gehenden Fasnachtsumzug. Dann regnete es weiter und der Schnee in den tieteren Lagen verschwand nach und nach.

Abends gab es dann als Belohnung für alle ein reichhaltiges Tiroler Buffet.

 Am Abend gab es noch eine Überraschung.  Willibald erklärte, dass er dieses Jahr zum ersten Mal seit vielen Jahren nicht bei der Inzlinger Fasnacht auftreten könne, weil sich der Termin mit der Winterwoche des Schwarzwaldvereins überschneidet. So hat er von vier Gedichten, die er  für den „Schmutzigen Dunstig“ verfasst hatte zumindestens eines für die versammelte Gruppe  vorgetragen. Danach bekam er großen Beifall von uns.

Der nächste Tag brachte uns überraschend ein Zwischenhoch: blauer Himmel und fast windstill und warm. Ein paar Zentimeter Schnee hatte es gegeben, deshalb sah alles wieder nach dem Regen ganz winterlich aus. Also los auf die Pisten, die Loipen, die Berge und die Wanderwege im Tal.

Verschiedene Grüppchen waren in alle Richtungen unterwegs. Drei eifrige Schneeschuhgänger wagten sich die Abfahrtspiste zum Füssener Jöchli hoch und erklommen eine kleinen Gipfel in der Nähe. Immerhin kamen da 665 Höhenmeter zusammen.

Auch der folgende Tag blieb trocken, für die Nacht war Schneeregen angesagt. Doch kam der Schnee erst in der Nacht vor der Abfahrt. Wir konnten die Schilangläufer noch auf den frisch gespurten Loipen sehen und der Hausberg von Tannheim, der Einstein war wieder voller Schnee. So hatten wir noch eine wunderschöne Rückfahrt durch  Schnee bedeckte Wälder und Täler und nahmen Abschied vom Tannheimer Tal. Wir erreichten Lörrach dann kurz nach dem Ende des Fasnachtsumzugs und der Busbahnhof stand voll mit Reisebussen der von ferne angereisten Fasnächtler.  Das Ausladen wurde deshalb blitzschnell erledigt. Da haben wir schon viel Übung.

 

Fotos: Ulrich Siemann, Monika Jehle, Eva Melsa, Klaus Stoll, Susanne Klopries-Mayer, Gisela Frey

Abschied am Hotel zum Ritter

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