Bannwanderung Teil 2 von Altweil nach Ötlingen

Im Vorfeld der angekündigten Bannwanderung am vergangenen Samstag sagte Oberbürgermeisterin Diana Stöcker noch „Ich würde mich sehr freuen, wenn uns interessierte Bürger begleiten würden“. Da war der Routenplaner, in Person von Roland Christ – Vorsitzender des Schwarzwaldvereins Weil am Rhein, bereits schon optimistisch, denn es hatten sich nach der Ausschreibung schnell zahlreiche Teilnehmer angemeldet. Tatsächlich fanden sich am Treffpunkt bei der Bushaltestelle „Alte Post“ in Alt-Weil fast 80 gut gelaunte Mitwandernde ein. Wie auch schon verschiedene andere Male konnte Christ wieder auf informative Unterstützung aus der Stadtführergruppe zählen. So erzählte Stadtführerin Sabine Theil zu Beginn in kompakter und humorvoller Weise, welche große Bedeutung dieser älteste Teil der Gemeinde in den vergangenen Jahrhunderten bis vor nicht allzu langer Zeit hatte. Begonnen über die erste Erwähnung 751 von Leidikon, über die „Bannmühle“, die auch Fortschritt und Lebensgrundlage bedeutete und die von enormer Wichtigkeit für das kleine Dorf war. Sie erzählte vom Leben an der Grenze und dem sich bewegenden Grenzstein, an dem Fluss Wiese als Lebensader, dem Waschhaus, dem Meierhof, vom Unter- und Oberdorf, bis zum Theater am Mühlenrain. Viel Applaus und Blumen gab es dafür. Danach machte sich ein langer Lindwurm über den Grenzacher Weg hinauf zum Oberen Schlipfweg, wo Christ eindrücklich aufzeigte, wie die Weiler Gemarkung bis zur Wiese hinunter reicht. Es folgte ein steiler Anstieg den Tüllinger Berg hinauf, bis ein fast ebener Panoramaweg erreicht wurde, von dem an diesem herrlichen Frühlingstag ein wundervoller Blick über die Reben ins Dreiländereck mit Jura und Vogesen genossen werden konnte. Am Fasnachtsfeuerplatz vorbei ging es weiter aufwärts Richtung Lindenplatz bis zu einer alten Bunkeranlage, die im Zweiten Weltkrieg als Funkbunker genutzt wurde, mit einem Stein auf dem 1863 eingemeißelt ist. Stadtführer Joachim Kempf hatte darüber bereits einmal Nachforschungen angestellt. Immer an der Gemarkungsgrenze entlang ging es über eine Wiese zum Lindenplatz mit einem Denkmal für ein Ehrenbataillon aus dem Ersten Weltkrieg. Eine Überraschung bot sich auf dem weiteren Streckenteil. Für das zerstörte „MarktfrauenBänkli“, das früher die Marktfrauen auf ihrem beschwerlichen Weg mit ihren Waren von Haltingen zum Lörracher Markt nutzten, um die schwere Last, die sie auf den Köpfen trugen, abzustellen, konnte einen Tag zuvor von der Firma Holzbau Enderlin aus Ötlingen, ein Ersatz aufgestellt werden. Auf Initiative des Schwarzwaldvereins fand sich die Sparkasse als Sponsor. Über den Haltinger Weg, mit schönem Blick auf die Burg Rötteln, ging es dann dem Etappenziel Ötlingen entgegen. Dort wartete auf dem Kirchplatz Monika Merstetter, die der Wandergruppe anekdotenbehaftet versuchte zu erklären, wieso Ötlingen so ein besonderer Ort ist, um zu wohnen. Nicht nur der „Türkenlouis“ Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden-Baden wusste 1702 das Ötlinger Pfarrhaus als Feldherr zu schätzen. Es gab den bedeutende Maler Hermann Daur, der überzeugende Gründe nannte. Genauso zog es einen der bedeutendsten Karikaturisten Hans Pfannmüller ins Dorf oder den mit Preisen überhäuften Schriftsteller und Grafiker Christoph Meckel. Heute lebt immer noch im Dorf Hans Schweiger, international bekannt und ausgezeichnet mit seinem Kollegen Ernst Arendt durch die Dokumentarreihe „Tiere vor der Kamera“ Genauso wie Stefan Winterle, ein großartiger international anerkannter Street Art Künstler, der zur Freude der Teilnehmer sogar die Tour mitgelaufen ist. So gab es zum Schluss beim Ausklang im Weingut „Vinessli“ viele strahlende Gesichter und noch lange blieben einige Grüppchen bei angeregten Gesprächen stehen. Die Oberbürgermeisterin war bei ihren Schlussworten sehr erfreut auf die Resonanz und freut sich schon auf den dritten Teil von Ötlingen nach Märkt im nächsten Jahr.
Text: Monika Merstetter

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